Nachdem ich ja letzes Semester schon ein bischen mit Ubuntu experimentiert hab, dachte ich, probieren wir doch einfach mal das orginal, also Debian.
Gesagt getan. Es gibt natürlich ein paar kleine Unterschiede, zwischen Debian und Ubuntu die ich hier etwas beleuchten möchte.
Achja, als Hardware kommt mein Notebook zum Einsatz, ein Acer Travelmate 803LCiB.
Ich hab mir die ca. 160MB große Net-Inst CD herruntergeladen und gebrannt. Auf meinem Rechner hatte ich vorher noch Pattenplatz frei gegeben, wobei ich doch langsam aber sicher das Festplatten Schema von Linux mit /dev/hda für mein erstes IDE Laufwerk drauf hab.
Beim systemstart bootet der Rechner dann von der Net-Inst CD. Vermutlich finden es die meisten leute ‘schöner’ nicht sofort Enter zu drücken, sondern installgui einzugeben. Mit Enter wird nämlich die Installation in der Konsole ausgeführt, mit installgui als Boot Parameter bekommt Ihr einen graphischen Installer.
Da ich ja die Net-Inst CD hatte, musste ich über das Internet noch einiges nachziehen. Von den groben Kategorien hatte ich das Grundsystem, Laptop und Desktop ausgewählt. Aufgrund meiner ‘schnellen’ UMTS Internet anbindung, hat das herrunterladen allerdings 3Stunden gedauert ... sollte über DSL wesentlich schneller sein. Der Rest der Installation (ca. 7Schritte) ist dann eigentlich selbsterklärend. Die Paketauswahl ist übrigens nur äußerst grob wählbar, um hier eine feinere Auswahl treffen zu können muss man vermutlich beim booten die Option ‘expert’ bzw. ‘expertgui’ angeben.
Nachdem Abschließen der Installation, was ca. eine 3/4 bis eine Stunden dauert, kann man den Rechner neustarten. Grub hat auch korrekt mein Windows erkannt, so kann beim Systemstart ausgewählt werden, was ich starten möchte, Linux oder Windows.
Beim ersten Start fällt am offensichtlichsten natürlich ein schöneres/anderes Gnome-Theme auf. Ansonsten findet man eigentlich fast die gleiche Software auch nach einer Ubuntu Installation vor.
Allerdings gibt es ja in der ideologie hinter den zwei Projekten unterschiedliche Ziele, so installiert Ubuntu für jede Art von Aufgabe nur eine Software. So instaliert Debian gleich zwei Browser, Iceweasel (aka Firefox) und Epiphany. Da Debian im Standard Fall nur Freie Software mitliefert, hat man/ich eine Art Bootstraping Problem, so ist nämlich für meine WLAN Karte kein wirklich freier Treiber verfügbar. Daher hab ich auch hier Debian aufgesetzt, da ich an dem UMTS Router per Kabel rankomme, in Konstanz hab ich nur WLAN.
Der Kernel von Debian 4.0 Etch, hat den Treiber für die ipw2100, also der Intel Centrino WLAN Karte bereits mit dabei, geben wir aber in der Konsole ein iwconfig ein, stellen wir fest, dass keine WLAN Karte gefunden wird. Was fehlt?
$ su Password: **************** $ iwconfig lo no wireless extensions. eth1 no wireless extensions. eth0 no wireless extensions. sit0 no wireless extensions.
Die Firmware. Aber diese kann man von http://ipw2100.sourceforge.net/firmware.php?fid=4 herrunterladen (Version 1.3).
Das Archiv wird dann einfach entpackt :
tar -xf ipw2100-fw-1.3-tgz
Die entpackten *.fw Dateien müssen nun nur noch nach /usr/lib/hotplug/firmware/
mv *.fw /usr/lib/hotplug/firmware/
Nach einem Neustart wird nun per iwconfig eine weiteres Ethernet device aufgelistet, unsere WLAN Karte. (Ok, vermutlich kann das Linux auch ganze ohne Neustart, aber ich weiß halt net wie)
Das einzige was jetzt noch manchmal etwas komisch ist, ist der Ein/Ausschalter meiner WLAN Karte. Aber das war auch in Ubuntu so, es ist irgendwie nicht so 100% ersichtlich, ob die Karte nun ein oder ausgeschalten ist. Das merkt man eigentlich nur durch ein iwlist eth2 scanning und dem Finden oder nichtfinden der Netze.
Anders als Ubuntu ist der root Account in Debian auch bereits aktiv bei der Installation. Wer also sudo nutzen möchte, muss den Benutzer der das können soll in /etc/sudoers eintragen
Als Notebook mit Centrino Chipsatz möchte man natürlich die Kontrolle über die CPU Frequenz haben, dies scheint aber direkt nach der Installation nicht zu funktionieren. Ein cpufreq-info liefert keine kontrollierbare CPU. Nach einem modprobe speedstep-centrino allerdings funktioniert das alles. Damit das ganze auch nach einem Neustart noch funktioniert, müssen die entsprechenden Module beim systemstart mit geladen werden. Dazu müssen diese in der /etc/modules Datei eingentragen werden:
speedstep-centrino cpufreq_conservative cpufreq_ondemand cpufreq_powersave
Außerdem scheint der cpufreqd Dämon nicht ganz korrekt zu arbeiten, daher nutze ich den powernowd Dämon :
apt-get install powernowd
Das normale Gnome-applet kann nun zwar die Frequenz korrekt anzeigen, aber das setzen geht nicht. Dies wird durch folgenden Befehl behoben:
sudo chmod a+s /usr/bin/cpufreq-selector
Die Acer Notebook Tastatur hat etwas weniger Platz als eine normale Tastatur, dadurch ist die Home bzw. die End Taste recht ungeschickt. Daher vertausche ich diese immer mit den Page Up und Down Tasten.
Modifizieren kann man das Tastaturlayout des X-Servers mit dem xmodmap Befehl. Damit das Layout so geändert ist wie ich das gerne hätte setzt man einfach ein paar Befehle ab:
xmodmap -e "keycode 99=Home" xmodmap -e "keycode 97=Page_Up" xmodmap -e "keycode 105=End" xmodmap -e "keycode 103=Page_Down"
Leider ist diese Änderung nur temporär, daher ist es am besten das ganze in eine Text Datei zu schreiben, diese ausführbar zu machen und in Gnome unter System/Einstellung/Sitzungen als Startprogram einzutragen.
Von nun an sollte jedesmal nach dem Anmelden das neue Layout im X-Server aktiv sein.
Debian erkennt die Tasten zur Reglung der Lautstärke nicht, als diese {FN} + {Cursor hoch}. Das lässt sich aber ganz fix über das GNOME System Menü beheben. Unter System/Einstellungen/Tastenkombinationen findet man eine Liste der ‘hotkeys’ einfach die Lautstärkereglung auswählen und einmal die Tastenkombination drücken, schon läuft das.
Installation von Truecrypt nach der Anleitung von: http://www.rdegraaf.nl/index.asp?sND_ID=291639
Als erstes brauchen wir noch die Kernelquellen, das Kryptographie Paket und die Elementaren build tools :
$ uname -r 2.6.18-5-686 $ apt-get install linux-headers-2.6.18-5-686 dmsetup build-essential
Kernelquellen laden von : http://www.kernel.org/ (ftp für 2.6.x Kernel) Sourcecode für Truecrypt von http://www.truecrypt.org herrunterladen, und beides entpacken :
tar -xf linux-2.6.18.5.tar.gz tar -xf truecrypt-4.3a-source-code.tar.gz
Die Linux Headers sollten entpackt in /usr/src/linux-headers-2.6.18-5-686 vorliegen, herruntergeladen habe ich das ganze in das Home Verzeichnis des roots, also /root. Die Kernel Quellen sind nötig um die dm* headers zu bekommen:
cp /root/linux-2.6.18.5/drivers/md/dm* /usr/src/linux-headers-2.6.18-5-686/drivers/md
Nun sollte es möglich sein die build & install skripts auszuführen:
$ cd truecrypt-4.3a-source-code/Linux/ $ ./build.sh ... $ ./install.sh ...
Fertig. Mit der Eingabe von truecrypt in der Kommandozeile sollte nun alles funktionieren.
Beispiele zum mouten : (Evtl müssen die hochkommase vor dem ausführen geändert werden, der keycode scheint bei einem copy&paste inkorrekt zu sein)
Eigentlich steht was Backports tut gut erklärt auch direkt auf: http://www.backports.org
Kurz zusammengefasst, ermöglicht es Packages von SID in Etch, also stable, zu instalieren.
Anleitung was man dazu tun muß: http://www.backports.org/dokuwiki/doku.php?id=instructions
apt-get -t etch-backports install “package”
Nach dem einbinden des ntfs-3g, bzw. des Backports repositories, gibt es nun auch ein java 6 Package zu installieren.
apt-get install sun-java6-jdk
Nach der installation funktioniert bei mir der javac, java selber aber noch nicht. Kann aber behoben werden durch ein:
sudo update-java-alternatives -a
Im GNOME System Menü findet man unter Einstellungen/Schrift eine option “Glättung mittels Subpixel”, was gerade auf LCDs das Schriftbild verschönert.
Die Grafikkarte wurde zwar schon erkannte, aber so mit externem Monitor etc. ist das noch nicht so ganz perfekt. Daher hab ich den fglrx Treiber für die ATI Radeon Mobility 9000 installiert:
su apt-get install module-assistant fglrx-driver fglrx-control fglrx-kernel-src module-assistant prepare module-assistant update module-assistant a-i fglrx aticonfig --initial
Debian Etch 4.0r1 erkennt Automatix nicht richtig, daher muss die helpers.py angepasst werden :
Kann man über Automatix installieren.
Bei mir lief es wegen dem ATI Treiber nicht los. http://bbs.keyhole.com/ubb/showthreaded.php/Cat/0/Number/683543/page/0/vc/1
sudo apt-get install gstreamer0.10-plugins-really-bad gstreamer0.8-flac
Da man ja schon ab und zu auch mal ein Windows braucht, hab ich mir den VMWare Server installiert. Warum gerade VMWare? Weil das Produkt schon sehr lang auf dem Markt ist. Ich hab sehr gute Erfahrungen damit gesammelt. Die Server Version ist kostenlos verfügbar. An der Stelle sei auch angemerkt, dass VMWare wohl auch in Zukunft, trotz HW-Virtualisierungs support, performance mäßig interresant ist(Inside VMWare).
Also einfach von http://www.vmware.com/download/server/ die .bin file ziehen. Ausführbar machen und als su starten.
Das ist immer so eine Sache. Irgendwie ging das früher unter Windows auch schonmal einfacher. Aber egal, ich nutze ein Windows XP Profesional. Meine Schritte die meist ... zum Erfolg führen:
Meist funktioniert das dann ... achja, der Benutzer muss glaub ein Passwort haben um über das Netz zugreifen zu können.
Als erstes brauchen wir dazu einen virtuellen Drucker:
sudo apt-get install cups-pdf
Nun können wir über System/Systemverwaltung/Drucker einen neuen Drucker hinzufügen. Hier sollte wenn obrige installation gut lief ein PDF Drucker auswählbar sein. Als Treiber habe ich einen Generic/PostscriptPrinter ausgewählt. Keine Ahnung was hier wirklich das Beste wäre, habe dazu nix im Web gefunden.
Von nun an steht uns also ein Drucker Bereit der PDF Dateien erzeugt. Diese werden nach ~/PDF gedruckt. Also nicht wundern, wenn nach dem Drucken kein weiteres Fenster mehr zur Auswahl kommt.